Die Pläne der Bundesregierung für ihr Energiekonzept kommen in den Ländern nicht an. Mehrere Umweltminister machen ihrem Unmut Luft. Das Treffen von Bundesumweltminister Norber Röttgen mit den Länderkollegen am gestrigen Donnerstag habe keine neuen Erkenntnisse gebracht, monieren die Umweltministerin aus dem Saarland, Simone Peter, und ihr Amtskollege aus Nordrhein-Westfahlen, Johannes Remmel. Für die beiden Politiker von Bündnis 90/Die Grünen lässt die Bundesregierung viele Aspekte einer zukunftsfähigen Energiepolitik außer Acht. In einer gemeinsamen Erklärung kritisieren Peter und Remmel, dass für das Energiekonzept nur Szenarien mit Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke herangezogen würden. Den Ausstieg aus der Atomenergie halten beide für nötig, um Investitionen in den Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht zu behindern.

Auch die Umweltministerin aus Brandenburg, Anita Tack, und die Umweltsenatorin aus Berlin, Katrin Lompscher, kritisieren Röttgens Ideen. Die Überlegungen der Bundesregierung würden die führende Rolle Deutschlands bei den Erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und bei den Netzstrukturen gefährden, erläutern die beiden Politikerinnen von den Linken. Offen ist noch immer, welchen Stellenwert die Bundesregierung der Atomkraft geben will. Röttgen plädierte gestern erneut für eine möglichst kurze Laufzeitverlängerung für Atommeiler. (sta)
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