Die steigende Zahl von Biogasanlagen in Bayern ruft den Bund Naturschutz (BN) auf den Plan. Die Kritikpunkte sind vielfältig. Die rasant ausgedehnte Maisanbaufläche im Freistaat erfordere eine rasche Korrektur der Biogas-Subventionierung, so BN-Chef Hubert Weiger. Nach seiner Ansicht muss die Tendenz zu großen Biogasanlagen mit bis zu 20 MW Leistung und einem entsprechend hohen Bedarf an Biomasse gestoppt werden. Die „Vermaisung" der Landschaft beeinträchtigt nach Weigers Überzeugung nicht nur das Landschaftsbild, sondern ist ökologisch gefährlich. Sie bedrohe die Artenvielfalt, führe zur Überdüngung der Äcker, belaste das Grundwasser mit Nitrat und fördere die Bodenerosion.

Grundsätzlich sollten nur Anlagen mit einer Leistung von maximal 150 kW die auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung erhalten. Inzwischen bringe die enorme Nachfrage nach Pachtflächen für den Substratanbau die herkömmliche Landwirtschaft in Bedrängnis. Ackerland, das für den Maisanbau geeignet, ist erziele heute Pachtpreise zwischen 1.000 und 1.500 €/ha. Weiger empfielt den Biogaserzeugern ihre Anlagen hauptsächlich dafür einzusetzen, wofür sie einst gedacht waren: Zur Verarbeitung von Bioabfällen aus der Landwirtschaft und Privathaushalten. (HH)
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