Unsicherheiten über Weizenimporte Osteuropas

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Die europäischen Weizenmärkte stehen unter zwei gegenläufigen Einflüssen. Importbedarf in Osteuropa bis zum Anschluss an die Ernte sowie rege französische Exporte müssten den Notierungen Auftrieb geben. Gedämpft werden sie jedoch von den jetzt fast überall in Europa günstigen Wachstumsbedingungen für Weizen und zusätzlich von Aussichten auf eine möglicherweise frühe Ernte. Für viele Länder Osteuropas wird bei Weizen noch Importbedarf bis zum Anschluss an die neue Ernte 2004 gesehen. Das gilt insbesondere für Polen als neues EU-Mitgliedsland, aber auch für Russland und die Ukraine, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. In Polen gibt es jedoch Unsicherheiten, denn in dieser Woche sind aus staatlichen Beständen 300.000 t Weizen für den polnischen Binnenmarkt ausgeschrieben worden. Insgesamt gehen Hamburger Händler zurzeit davon aus, dass Polen bis zur Ernte noch 50.000 bis 100.000 t Weizen importieren wird. Hinzu kommt vermutlich Bedarf an bis zu 250.000 t Roggen, der aus deutschen Interventionsbeständen kommen könnte.

Französischer Weizen ist seit April verstärkt nach Nordafrika verkauft worden. Damit werden die Endbestände weiter abgebaut, eigentlich ein Grund für festere Preise. Dennoch ist der französische Markt nach den erheblichen Regenfällen der vergangenen Tage unter Druck geraten. Denn die Onic hat am Mittwoch eine weitere Zahl veröffentlicht, die auf eine gute Ernte schließen lässt. So sollen in Frankreich zur Ernte 2004 rund 7 Prozent mehr Weichweizen als im Vorjahr ausgesät worden sein. Kommt es darüber hinaus noch zu einer frühen Ernte, wird die bislang oft genannte Bedarfslücke der europäischen Verarbeiter nicht so hoch ausfallen. (Ps)

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