Bodenfruchtbarkeit

Unterhosentest für die Wissenschaft

Die Briten beweisen ihren Humor. Die Aktivität des Bodenlebens will die Beratungsorganisation AHDB bei der Cereals, die Mitte Juni in Lincolnshire stattfindet, an besonderen Modellen demonstrieren. „Es ist ein einfaches visuelles Experiment“, kündigt der AHDB an.

Bei Pflugverzicht bleibt von der Unterhose fast nichts übrig.
-- , Foto: AHDB
Bei Pflugverzicht bleibt von der Unterhose fast nichts übrig.
Zwei Landwirte sind dafür ausgewählt worden. Sie haben vor dem Winter auf ihren Feldern baumwollene Unterhosen im Oberboden bis zu 15 cm Tiefe vergraben und zeigen, was acht Wochen später aus den zuvor intakten Kleidungsstücken geworden ist. Das Ergebnis wird auf der Cereals ausgestellt. Die Farmer werden erzählen, unter welchen Bedingungen auf dem Acker – wie Bodenbearbeitung, Fruchtfolge oder Düngung – die alten Unterhosen am stärksten zersetzt worden sind. Wenn dann die Berater über das Anschauungsmaterial mit den Besuchern ins Gespräch kommen, wollen sie diskutieren, mit welchen Mitteln Farmer das Bodenleben aktivieren können.

„Unterwäsche vergraben hört sich nach Spaß an, aber das Experiment kann uns einige ernsthafte Erkenntnisse über unsere Böden vermitteln“, sagt Tim Isaac, Ackerbauexperte beim AHDB. Das Experiment stammt übrigens auch gar nicht von den für ihren Humor bekannten Briten. Der AHDB berichtet, dass ähnliche Versuche auch schon in Kanada durchgeführt worden sind.

Ein Ergebnis hat der AHDB schon vorab verraten. Unterhosen, die unter einem gepflügten Acker lagen, konnten nach acht Wochen fast vollständig intakt ausgegraben werden. Dort, wo jedoch nur minimal bearbeitet und zudem eine Zwischenfrucht gesät wurde, ist die Unterhose komplett durchlöchert. (db)
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