Agrarimpulse 2016

Unternehmer sind gefragt

Schumacher sieht große unverkaufte Bestände bei Erzeugern und Handel.
-- , Foto: RWZ
Schumacher sieht große unverkaufte Bestände bei Erzeugern und Handel.

Angesichts der niedrigen Preise für Agrarprodukte und des russischen Importstopps sei es derzeit schwierig die Höfe profitabel zu bewirtschaften. Hinzu kämen veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen: Einerseits würden Produktmärkte seit Jahren dereguliert, andererseits gebe es immer umfangreichere Standards für Umwelt-, Verbraucher- oder Tierschutz. „Mehr Unternehmertum ist die beste Antwort auf dieses Umfeld", sagte Dr. Alexander Büchel, Genossenschaftsverband Bayern, vor rund 900 Zuhörern.

Gentechnik sorgt für höhere Erntemengen

Wenig Hoffnung auf kurzfristig steigender Agrarpreise konnte der Analyst und Marktbeobachter Klaus-Dieter Schumacher auf der Veranstaltung verbreiten. Drei Rekordernten in Folge hinterlassen ihre Spuren, auch wenn die Nachfrage weiter steigt. Zwar seien weltweit die Anbauflächen nicht gewachsen, doch hätten ertragreichere Sorten zu den großen Erntemengen geführt. Dabei hätte die Gentechnik einen nicht zu unterschätzenden Anteil. Den aktuellen Druck auf die Preise wollte Schumacher nicht leugnen. Doch erinnerte er an die deutlich niedrigeren Erlöse in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende.

Keine bullishe Tendenz in Sicht

Grundsätzlich lassen sich die Agrarpreise nicht von den Energiepreisen abkoppeln, betonte er. So sei die Nachfrage nach Biosprit mittlerweile eingebrochen. An den Preisbewegungen hätte auch die Spekulation ihren Anteil. Als im vergangenen Sommer auf schwächere Erträge in den USA gewettet wurde, schnellten die Preise kurzfristig nach oben, um danach auf Talfahrt zu gehen. Auch für die nächsten Wochen und Monate sieht Schumacher keine „bullische" Tendenz. Dagegen stehen große unverkaufte Bestände in der Landwirtschaft und beim Handel. Bisher seien auch keine nennenswerten Wetterprobleme zu erkennen. Deshalb könnte es auch 2016 wieder eine gute Ernte geben. „Nur bei lang anhaltender Trockenheit könnte ein Preisumschwung eintreten", so Schumacher. (HH)
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