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Nach aktuellen Untersuchungsergebnissen zur Gentechnik in Lebensmitteln wiesen 80 von insgesamt 253 untersuchten Lebensmittelproben (32 Prozent) gentechnisch veränderte Bestandteile, in den meisten Fällen nur in geringen Spuren auf. Dies gab das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum in Baden-Württemberg, Stuttgart, in einer Pressemitteilung bekannt. Im Rahmen der baden-württembergischen Lebensmittelüberwachung seien im Jahr 2003 hauptsächlich Erzeugnisse mit Zutaten aus Mais und Soja untersucht worden, die weltweit am häufigsten gentechnisch veränderten Pflanzen laut Ministerium. Während es sich bei Mais überwiegend um Spureneinträge von unter 0,1 Prozent gehandelt habe, die technisch derzeit als unvermeidbar angesehen würden, habe bei Sojaprodukten die Zahl kennzeichnungspflichtiger Proben mit Anteilen über ein Prozent zugenommen. Die positiven Befunde seien aber vorwiegend auf Sojaeiweiß als Zutat türkischer oder russischer Trockensuppenerzeugnisse zurückzuführen, die eher selten in großen Supermärkten verkauft würden.

Im Rahmen des baden-württembergischen Öko-Monitoring-Programms wurden konventionelle und ökologische Soja- und Maisprodukte gezielt miteinander verglichen. Während bei Maiserzeugnissen sowohl bei konventioneller Ware als auch bei Öko-Produkten nur geringfügige Einträge festzustellen gewesen seien, sei bei Sojaprodukten der Anteil an gentechnisch veränderten Waren im Bio-Bereich deutlich geringer ausgefallen. Die Untersuchungen hätten aber bestätigt, dass sowohl bei Mais als auch bei Soja nicht mehr von einer absoluten Abwesenheit von gentechnischer Veränderungen in Bioprodukten ausgegangen werden kann.

Bei der Untersuchung von Rapshonig deutscher Herkunft seien keine gentechnischen Veränderungen nachweisbar gewesen. Hohe Anteile bei kanadischen Rapshonigen von über 30 Prozent seien auf Grund der erheblichen Anbauflächen an GV-Raps in Kanada nicht überraschend gewesen. Für die rechtliche Bewertung und Kennzeichnung dieser Produkte wurden bisher weder von der EU noch von der Bundesregierung rechtlich verbindliche Regelungen getroffen. Die strengeren Kennzeichnungsrichtlinien der EU für gentechnisch veränderte Lebensmittel würden aber spätestens im April gelten. (ED)

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