Weltkalimarkt

Uralkali dämpft Erwartungen


Auf dem weltweiten Kalimarkt bleibt es spannend. Im Hintergrund zieht der kanadische Hersteller Potash Corp. weiterhin die Fäden, die deutsche K+S AG, Kassel, zu übernehmen. Hingegen ist es der US-amerikanischen CF Industries gelungen, die Düngersparte von OCI zu kaufen. Nun überschlagen sich die Gerüchte um den russischen Kaliproduzenten Uralkali. Das Unternehmen ist gut bekannt, nachdem es vor fast genau zwei Jahren die gemeinsame Vertriebsorganisation BCP mit Belaruskali durch seinen Austritt beendete. Von diesem Schwarzen Dienstag im August 2013 hat sich Uralkali selbst nie erholen können. Nun kündigte das Unternehmen in London in dieser Woche ein weiteres Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 1,3 Mio. US-$ an. Gleichzeitig hat die Londoner LSE den Handel mit Uralkali-Aktien ausgesetzt und das Unternehmen ausgelistet.

Uralchem hält Uralkali-Anteile

Globaler Kaliabsatz
Für 2015 war bisher von einem globalen Kaliabsatz von 58 (63) Mio. t Kali ausgegangen worden. Nun hat Uralkali die Zahlen an die aktuelle Lage angepasst. Währungsschwächen in China und Indien wirken sich auch auf den Raum Südostasien und Ozeanien aus. Dort wird weniger Kali nachgefragt, weil die niedrige Palmölpreise die Erlöse schmälern und Geld für Kali fehlt. Die Kali-Nachfrage für diese Region dürfte  9,5 bis 9,6 Mio. t Kali betragen, gegenüber 10,2 Mio. t im Vorjahr. Auch die Zahlen für Europa, Naher Osten und Nordafrika werden auf 11 (12,3) Mio. t angepasst. In Lateinamerika schätzt Uralkali 9,8 Mio. t gegenüber 11,8 Mio. t 2014. Verantwortlich ist der Rückgang des brasilianischen Real sowie der fehlende Zugang zu Krediten in der Landwirtschaft.Weniger Mais in den USA bedeutet einen Rückgang der Kalinachfrage um 14 Prozent auf 8,6 Mio. t in diesem Jahr. (da)
Das Delisting von Uralkali an der Londoner Börse könnte den Weg für die Übernahme des Unternehmens durch Uralchem bereiten. Allerdings wurden diese Gerüchte noch von keiner Seite bestätigt. Uralchem ist ein russisches Chemieunternehmen und besitzt 20 Prozent der Uralkali-Aktien.


Uralkali meldet für das 1. Halbjahr 2015 einen Umsatzrückgang auf 1,56 Mrd. US-$. Hohe Lagerbestände und niedrige Rohstoffkosten wie Energie hätten dazu geführt. Der Nettogewinn von Uralkali verdoppelte sich gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 556 Mio. US $. Hierzu hätten vor allem die Wechselkursschwankungen von Rubel und US-$ beigetragen. Uralkali dämpft in seinem Ausblick die Erwartungen der Kalinachfrage bis zum Jahresende. Vor allem die schwache Währung in China dürfte die Lage dramatisch verändern. Denn China ist das Zünglein an der Waage auf dem Weltkalimarkt. Jedes Jahr werden die Aufträge des Landes in großem Umfang herbeigesehnt. In China steht eine Steuer für Düngemittel auf dem Plan, was Farmer empfindlich treffen könnte.  (da)
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