Verarbeiter bei Rohstoffbezug gefordert


Die deutsche Weizenernte 2009 weist weniger Eiweiß, aber gute Backeigenschaften auf. Brotroggen gibt es reichlich. Die Qualitätsparameter bei den ersten Mühlen- und Handelsmustern sind jeweils insgesamt in Ordnung. An Weizen haben die Landwirte in Deutschland in diesem Jahr insgesamt etwa 24,8 Mio. t geerntet. "Sie konnten damit fast an das Vorjahresniveau von 25,7 Millinen Tonnen anknüpfen", interpretierte Dr. Klaus Münzing vom Institut für Sicherheit und Qualität bei Getreide des Max-Rubner-Instituts (MRI), Detmold, die vorläufigen Zahlen auf dem „Erntegespräch 2009" am Donnerstag in Detmold. Anhand der untersuchten Weizenmuster zeige sich insgesamt eine gute bis durchschnittliche Qualität des diesjährigen Weizens. „Im Proteingehalt, Sedimentationswert sowie in der Fallzahl erreicht der Weizen in der Summe die Mühlenanforderungen", so der Wissenschaftler. Enttäuschend sind seinen Angaben zufolge bei den Mühlen- und Handelsmustern die schwachen Klebergehalte in diesem Jahr. „Die Beschaffung von einheitlichen Brotweizenqualitäten für die Mühlen dürfte aus der Ernte 2009 erschwert sein", sagte Münzing.

An Roggen seien aktuell etwa 4,1 Mio. t gedroschen worden und damit etwa 0,4 Mio. t mehr als 2008. Münzing rechnet aus der aktuellen Ernte mit einem Brotroggenanteil von mehr als 95 Prozent. Nach Auswertung von Roggenmustern konnte er auf dem Erntegespräch von guten Hektolitergewichten und geringeren Schmachtkornanteilen im Vergleich zum Vorjahr berichten. Der durchschnittliche Mutterkornanteil liege in diesem Erntejahr mit 0,0 Prozent auf einem „einmalig niedrigem Niveau". (Sz)
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