Die deutsche Biokraftstoffwirtschaft übt Kritik an einer Studie zur indirekten Landnutzung. In einer Stellungnahme bezeichnet sie die Ergebnisse als fehlerhaft. Eine im Oktober 2011 veröffentlichte Studie des International Food Policy Research Institute (IFPRI) sorgt weiter für Zündstoff. Sie sollte der EU-Kommission eine Abschätzung der Folgen von indirekten Landnutzungsänderungen (iLUC) durch die europäische Biokraftstoffpolitik liefern. Die deutsche Biokraftstoffwirtschaft hat nun in einer gemeinsamen Stellungnahme betont, dass das in der Studie verwendete Modell zur Prognose von Treibhausgasemissionen aus Landnutzungsänderungen ungeeignet sei. Ein Einbezug der Ergebnisse in die Treibhausgasbilanzierung von Biokraftstoffen wäre wegen der Untauglichkeit des Modells willkürlich, erklärte Dietrich Klein, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe). Der Bericht dürfe deshalb keine Grundlage für gesetzliche Maßnahmen werden. Weiterhin bemängeln die Verbände, dass in dem Modell staatliche Schutzmaßnahmen gegen Landnutzungsänderungen ignoriert würden. Sie gehen davon aus, dass bis zu 70 Prozent der prognostizierten Treibhausgasemmissionen entfallen, wenn diese Maßnahmen berücksichtigt würden. (sch)
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