Die Maßnahmen im herbst 2014 seien unangemessen strikt gewesen. Vor allem die Anordnung eines vollständigen Stillstands wird als zu schwere Maßnahme bewertet. Insbesondere, wenn die Vogelgrippe länger andauert, könnte das unnötige Härten nach sich ziehen, findet der Verband der niederländischen Geflügelfleischverarbeiter (Nepvlui). Dass Eintagsküken nicht mehr transportiert werden durften, sei eindeutig zu hart.

Darüber hinaus sei es auch möglich, den Transport von Geflügel zur Schlachtung zu genehmigen, wenn die Tiere zuvor untersucht wurden. Dann sei kein Schaden zu erwarten und zugleich würden Probleme mit der Einhaltung des Tierschutzes vermieden. Darüber hinaus blieben Einflüsse auf den Absatzmarkt auf ein Minimum reduziert. Der totale Stillstand ist nach Ansicht des Verbands nur als letzte Möglichkeit gerechtfertigt, wenn eine weitere Ausbreitung der Seuche zu erwarten ist. Das sei aber im vorigen Herbst nicht der Fall gewesen.

Zudem stört die Fleischverarbeiter, dass dadurch bei den Kunden vor allem im Ausland ein völlig falsches Bild entstanden sei. Darunter hätten auch Lieferungen aus anderen Regionen zu leiden gehabt, weil die Abnehmer den Eindruck hatten, das Risiko sei unkalkulierbar. (brs)
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