Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband will mit Aktionen den Druck auf Edeka bei der Initiative Tierwohl erhöhen, berichtet die Lebenmittelzeitung. Dabei steht die Höhe des Tierwohlbeitrags von Edeka in der Kritik. "Bis auf Edeka sind heute alle an der Initiative beteiligten Unternehmen bereit, den Tierwohlbeitrag von 4 Cent auf 6 Cent je Kilogramm Fleisch und Fleischwaren aufzustocken", kritisiert der Verband auf seiner Homepage die Hamburger.

Mit Protestaktionen vor Märkten wollen Landwirte nun zwei Tage in Westfalen-Lippe auf die Problematik aufmerksam machen. Auch in Bayern wurden die Bauern aktiv: Unter dem Motto "Schöne Bescherung - Lebensmittelhandel bremst Tierwohl aus" gab es Aktionen vom Bauernverband in diesen Tagen in Augsburg, Bamberg und Ampermoching.

Initiative sucht nach weiteren Geldquellen

Die Initiative Tierwohl kämpft mit der Finanzierung. Deutlich mehr Landwirte haben sich hierfür angemeldet als teilnehmen können. Bei den Schweinezüchtern etwa bewarben sich 4650 Landwirte, aber nur 2142 Schweinehalter können von Beginn an dabei sein. Seit Monaten bereits sucht die Initiative deshalb nach weiteren Geldquellen.

Tierwohl-Partner
Zu den bisherigen Partnern der Initiative zählen: Aldi Nord und Süd, die Edeka Zentrale und bis auf Hessenring alle Regionalgesellschaften, Kaiser’s Tengelmann, Kaufland, Lidl, Netto, Penny, Real, die Rewe Markt GmbH und Rewe Dortmund.
Edeka weist die aktuellen Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück. Eine Mehrzahlung sei vertraglich an eine transparente Erfolgsmessung geknüpft; Landwirtschaft und Schlachtunternehmen aber bremsten dem Händler zufolge eine neutrale Überprüfung des Tierwohls. Der Tierwohlindex sei etwa um ein Jahr verschoben worden. "Edeka ist bereit, auch eine Mehrzahlung des Handels in Betracht zu ziehen, wenn die Wirksamkeit der bisher eingeleiteten Maßnahmen belegbar ist", heißt es aus Hamburg.

Auch fordert die Genossenschaft mehr Solidarität in der Branche. Bisher würden die Kosten der Initiative einseitig getragen, Edeka sieht aber die noch nicht teilnehmenden Händler, Handwerk, Gastronomie und die Fleisch verarbeitende Industrie in der Pflicht, ihren Beitrag zu leisten.

Im August war die Schwarz-Gruppe gegenüber dem Bauernverband vorgeprescht und hatte sich dazu bereit erklärt, 2 Cent mehr zu zahlen, sofern sich die anderen Händler anschließen. Eine Einigung gibt es bisher nicht. (az)
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