Eiweißpflanzen

Verbot kostet Anbaufläche

Mit dem Anbau von Ackerbohnen auf ökologischen Vorrangflächen können Proteine für Nutztiere produziert werden.
-- , Foto: Steffen Bach
Mit dem Anbau von Ackerbohnen auf ökologischen Vorrangflächen können Proteine für Nutztiere produziert werden.

Im Jahr 2015 bauten Landwirte auf rund 160.400 ha Leguminosen an – häufig um so die Greening-Auflagen zu erfüllen. Die Ernte an Erbsen, Ackerbohnen und Süßlupinen erreichte rund 450.000 t, teilt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) mit. Damit wurde zugleich ein Mengenniveau erreicht, für das sich auch die deutsche Mischfutterindustrie interessierte, die nach Angaben der BLE im Wirtschaftsjahr 2015/16 rund 88.000 t Hülsenfrüchte bei der Mischfutterherstellung verarbeitete, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Keine andere Futterkomponente verzeichnete diese Steigerungsrate. Doch damit könnte bald wieder Schluss sein, warnt die Ufop. EU-Kommission diskutiert verschärftere Auflagen für die Greening-Prämie: Der zur Ertrags- und Qualitätssicherung unerlässliche Pflanzenschutz im Leguminosenanbau würde damit verboten, der Anbau unattraktiv. Hülsenfrüchte rutschten zurück in ihre winzige Nische - die Eiweißpflanzenstrategie der Bundesregierung erhielte damit einen schweren Dämpfer, befürchtet die Ufop.

Diese Auffassung bestätigt Ulrich Quendt vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, der das bundesweite Demonstrationsnetz Erbse/Bohne koordiniert, Er hört im Netzwerk Aussagen einiger Landwirte, die den Anbau von Leguminosen wieder einstellen oder zumindest einschränken würden, sollten sie keine chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen durchführen dürfen. Ohne Herbizide und fungizide Beizmittel würde die Ertragssicherheit sinken und es könnte zu Ernteproblemen sowie Folgeverunkrautung kommen. Quendt weist darüber hinaus darauf hin, dass auch der Landhandel, der sich gerade auf die Verwertung heimischer Leguminosen einstellt, seine Aktivitäten wieder zurückfahren würde. (SB)
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