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Die deutsche Landwirtschaft muss lernen, Lebensmittel zu produzieren. Dies forderte Karl-Heinz Kiesel, Vorsitzender der Geschäftsführung des Fleischverarbeitungsunternehmens Herta GmbH, Herten, bei einer Podiumsdiskussion auf der Grünen Woche in Berlin am Mittwoch. Zur Produktion von Lebensmitteln gehöre auch, die Tiere nicht nur als "Schlachtmaterial" zu sehen, meinte Kiesel auf der Veranstaltung der Marketinggesellschaft für niedersächsische Agrarprodukte e.V., Hannover. Landwirte müssten ihre Zulieferer verstärkt in Bezug auf ihre Produkte und deren Inhaltsstoffe hinterfragen, etwa Futtermittelhersteller und Tierärzte. In Deutschland könne die gewünschte Fleischqualität oft nicht in den erforderlichen Mengen produziert werden, bemängelte Kiesel weiter. Beispielhafte Lebensmittelproduzenten seien die Niederlande und Dänemark. Um sichere Nahrungsmittel zu erzeugen, sei die Bildung von transparenten Integrationsketten Voraussetzung. Die Sicherheit der Produktionskette müsse dem Verbraucher jedoch auch vermittelt werden. Dann sei er vermutlich auch bereit, die kostenintensivere Erzeugung durch höhere Preise für Fleisch zu honorieren. Der Konsument müsse zu jedem Zeitpunkt auf den landwirtschaftlichen Betrieb kommen können, um sich über die sachgerechte Erzeugung zu informieren. Es zählen die Ansprüche der Verbraucher. Ein weiteres staatliches Gütesiegel für Fleisch hält Kiesel für überflüssig. Es gebe bereits zu viele Gütesiegel, dies verwirre den Verbraucher. (KK)
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