Agrar GmbH Haßberge

Verdacht auf Bilanzfälschung


Dabei wiegt vor allem der Verdacht mehrjähriger Bilanzfälschungen schwer. Unter anderem gehe es um unredliche Angaben im Hinblick auf die Warenbestände beziehungsweise der Bestandsbewertung. Es gibt mittlerweile jedoch auch Kritik gegenüber der Wirtschaftsprüfung. Es habe an der Plausibilitätskontrolle gefehlt, so ein Vorwurf. Allerdings, so wird eingeräumt seien die Manipulationen so geschickt gewesen, dass sie lange Zeit nur schwer zu entdecken waren.

In der Branche erwartet man nun, dass womöglich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wird. Die Großhandelsfirma Beiselen GmbH in Ulm, Hauptgesellschafter der RW Agrar GmbH, Haßberge, bestätigte die Kündigung von Helmut Liebenstein. Zugleich wird aber betont, dass der frühere Geschäftsführer nur gegenüber dem Gesellschafter ein Fehlverhalten an den Tag gelegt hat, nicht jedoch gegenüber den Kunden und Geschäftspartnern. Im Übrigen wollte aber Beiselen zu den Vorgängen gegenüber agrarzeitung.de keine weitere Stellungnahme abgeben.Liebenstein selbst war für agrarzeitung.de nicht erreichbar. 

Helmut Liebenstein wird sich gegen die von der Beiselen GmbH gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Verfehlungen anwaltlich verteidigen. Er war seit Gründung der RW Agrar im Jahre 2004 Geschäftsführer und besitzt noch 10 Prozent der Gesellschafteranteile. 

Die Geschäftsführer der Agrar GmbH Haßberge, Thomas Hendrich und Dr. Ernst Kühnle versichern, in den kommenden Wochen alles daran zu setzen, möglichst rasch die internen Weichen zu stellen, damit Ruhe einkehrt und das Unternehmen ein leistungsfähiger Partner für seine Kunden und Lieferanten bleibt. Die RW Agrar GmbH Haßberge hat einen Jahresumsatz von knapp 50 Mio €. Sie schlägt Getreide und Dünger an den Hafenplätzen in Bamberg, Zeil und Schweinfurt um und gilt als wichtiger regionaler Handelspartner für die Landwirtschaft. (HH)
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