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In Thüringen verdichten sich die Hinweise auf den illegalen Einsatz von Medikamenten bei Schweinen. Im Mittelpunkt der Mutmaßungen steht dabei nach Angabe der Thüringer Allgemeinen die TQS Veterinärgesellschaft mbH mit Sitz in Bollststedt, Unstrut-Hanich-Kreis. Durch Knebelverträge solle die Firma Tierärzte an sich gebunden haben. Diese hätten dann an die Landwirte Medikamente verkauft, ohne zuvor, wie vorgeschrieben, die Tiere auf Krankheiten zu untersuchen. Bei Zuwiderhandlungen gegen die vertraglichen Vereinbarungen sei mit Strafen bis 10.000 Mark gedroht worden, schreibt das Blatt in seiner heutigen Ausgabe. TQS, die in einem Verbund mit Erzeugergemeinschaften in Hessen und Sachsen-Anhalt steht, bestätigte, dass es bis 1999 ähnliche Verträge gegeben habe. Diese seien aber im Einvernehmen mit der Landestierärztekammer geändert worden. Dr. Uwe Landsiedel, Präsident der Landestierärztekammer, sieht seine Berufskollegen als Opfer: "Knebelverträge beschränkten die Ärzte in ihrer Therapiefreiheit". (Bm)
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