Landdeal

Verdacht der Täuschung bei KTG Agrar

Beim Fall KTG Agrar tauchen neue Vorwürfe auf. Medienberichten zufolge hat KTG Agrar zwar einen auf den ersten Blick vollkommen legalen Weg für Landverkauf genutzt. Allerdings konnte das Vorkaufsrecht umgangen werden: Mitte 2015 beantragten 14 Tochterunternehmen der KTG Agrar den Verkauf von 2.263 ha an eine ATU Landbau GmbH. Dieses Unternehmen bewirtschaftete Agrarflächen und saß in Brandenburg, galt also vor dem Gesetz als Landwirt. Deswegen bekam es vom Landkreis Prignitz die Genehmigung. Weniger als drei Wochen später jedoch kaufte die MEAG, eine Tochter der Münchener Rück, 94,9 Prozent der ATU, wurde heute in verschiedenen Medienberichten aufgedeckt.

Ein Vorkaufsrecht hatten kaufwillige Landwirte wiederum nicht. Denn der Konzern hatte sich nicht nur die Flächen der ATU gesichert, sondern Anteile am Betrieb. Experten sprechen auch von einem Anteilskauf, für den das Gesetz kein Vorkaufsrecht vorsieht. Mittlerweile soll das Landwirtschaftsministerium in Potsdam auf den Vorfall aufmerksam geworden sein. Dort werde geprüft, ob die Verkäufe rückgängig gemacht werden können. (mrs)
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