Vereinfachungen für Kleinerzeuger beschlossen

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Landwirte, die jährlich unter 1.250 € an Direktzahlungen von der EU erhalten, sollen diese zukünftig nicht mehr jährlich beantragen müssen. Diese Vereinfachung hat der EU-Agrarministerrat am Dienstag in Luxemburg beschlossen. Es reicht stattdessen ein Antrag für drei Jahre. Die Flächen- und Tierprämien für die kleinen Erzeuger sind zudem nicht mehr an die Produktion geknüpft. Die Bauern müssen ihren Betrieb nur noch produktionsbereit halten. Von allen in der EU vergebenen Direktzahlungen sollen in einer ersten Experimentierphase zunächst nur 1,6 Prozent auf diese Weise vereinfacht vergeben werden.

Nach Ansicht von Agrarkommissar Franz Fischler könnte die pauschale Regel für Kleinbetriebe eine Lösung für die Einbeziehung des klein strukturierten polnischen Agrarsektors in die EU eine gute Lösung sein. Um die Grenze von 1.250 €/Jahr auch für die Landwirte in den Bewerberländer zu berechnen, müsste aus den vorhandenen Flächen und Tierbeständen ein theoretischer Anspruch auf Direktzahlungen abgeleitet werden. Noch sei aber nicht einmal geklärt, ob die Landwirte in den mittel- und osteuropäischen Beitrittskandidaten überhaupt Direktzahlungen erhalten sollten, baute Fischler in Luxemburg möglichen Spekulationen vor. (Mö)
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