Getreidemarkt

Verkaufszeitpunkt kaum zu fassen


An den Getreidemärkten sind die großen Kurskorrekturen in den vergangenen Jahren meistens in den Monaten April bis Juni eingetreten. Daher sollten Landwirte für künftige Einschätzungen den Markt in diesem Zeitraum intensiv beobachten. Dies empfahl Hans-Jürgen Hölzmann, Berater der Landwirtschaftskammer NRW bei den Agrargesprächen der K+S Kali GmbH, diese Woche in Münster. 

Weizenpreis hat wenig Luft nach oben

Vor allem die monatlichen Zahlen des US-Agrarministeriums USDA könnten Hinweise über die weitere Marktentwicklungen geben. Bei Weizen lasse das globale Verhältnis der Endbestände zum Verbrauch von 27 Prozent nur durchschnittliche Weizenpreise erwarten. Kleinere Verschiebungen bei Produktion und Verbrauch von 1 bis 5 Prozent könnten aber erhebliche Marktbewegungen auslösen, so Holzmann. Auch bei Mais fehlten bei einem weltweiten Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch von 18 Prozent Argumente für Preissteigerungen. Die voraussichtlich kleinere, kommende US-Maisanbaufläche könne durch Ertragszuwächse leicht ausgeglichen werden.

Spekulanten beobachten

Hinweise für künftige Markttendenzen ließen sich auch vom Verhalten der so genannten Spekulanten ableiten. Deren Positionen hätten sich in der Vergangenheit ähnlich wie die Getreidepreise entwickelt. Die Börsennotierungen folgten in der Regel den Meinungen dieser institutionellen Anleger, wenn auch manchmal zeitversetzt und etwas verschoben.

Den Landwirten empfahl Hölzmann eine Verkaufsstrategie der ‚guten Durchschnittspreise‘ und Teilmengenverkäufen bei Preisausschlägen, um die Erlössituation zu verbessern. Mehr als 10,00 bis 20,00 €/t wären aber kaum drin, so der Berater. Alles auf den optimalen Zeitpunkt zu verkaufen, funktioniere nicht. Für Spekulation gebe es auch für Landwirte genügend Instrumente an den Terminbörsen. (St)
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