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Der neue Entwurf der Afa-Tabellen, die die Abschreibung von Investitionen standardisieren, liegt vor. Danach erhöht sich die Nutzungsdauer der meisten Wirtschaftsgüter. Traktoren beispielsweise müssen zukünftig mit 12 statt bisher 8 Jahren abgeschrieben werden. Weitgehend unverändert blieben Güter mit einer schon immer langen Nutzungsdauer wie Silobauten. Die novellierten amtlichen Abschreibungstabellen sollen voraussichtlich zum 1. Januar 2001 in Kraft treten. Nach Praxisauswertungen durch das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) liegt die durchschnittliche Nutzungsdauer bei Schleppern zwischen sieben und acht Jahren. Der Deutsche Bauernverband (DBV), Bonn, hält daher eine Verlängerung der Nutzungsdauer um 50 Prozent sowohl technisch als auch betriebswirtschaftlich für nicht begründet und wird nach eigenen Angaben in der anstehenden Anhörung im Bundesfinanzministerium einer Änderung einfordern. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), Bonn, lehnt die neuen Zeitwerte ebenfalls ab. Eine Verlängerung der Nutzungsdauer in den Afa-Tabellen könne zu Liquiditätsproblemen führen. Auf jeden Fall verlangsame sich das Innovationstempo, da für Neuinvestitionen länger angespart werden müsse. Anlass für die Änderung der Afa-Tabellen war ein Urteil des Bundesfinanzhofes, das die reine technische Abnutzung eines Wirtschaftsgutes als maßgebendes Kriterium für die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer festlegte. Die bisherigen sowie die vorgesehenen neuen Werte sind im Internet unter der Adresse www.bundesfinanzministerium.de im pdf-Format abrufbar. (dr)
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