Report Saatgut Wintergetreide

Vermehrer von Erträgen überrascht


Die Vorzeichen sind gut: Für die Herbstbestellung gibt es genügend Getreidesaatgut.
-- , Foto: pixelio/ Dieter Schütz
Die Vorzeichen sind gut: Für die Herbstbestellung gibt es genügend Getreidesaatgut.

Mit der Getreideernte in Deutschland schreitet die Ernte auf den Flächen für die Saatgutproduktion voran. Bis ein abschließendes Bild von der Versorgungslage gezeichnet werden kann, wird es noch eine Weile dauern. Die Erträge und Sortierungen differieren sehr stark. Für Sorgen, dass das Saatgut knapp werden könnte, sehen die Vermehrer in einer Umfrage der agrarzeitung (az) keinen Anlass. Lediglich einzelne neue Sorten, die in den Landessortenversuchen gut abgeschnitten haben, könnten knapp werden.

Hohe Gerstenerträge

Erste bundesweite Einschätzungen gibt es zu Wintergerstensaatgut. Die Erträge in den Vermehrungen haben die Erwartungen weit übertroffen. Die ermittelten Tausendkorngewichte und Keimfähigkeiten der Partien sprechen für eine gute Verfügbarkeit. Die teils hohen Bruttoerträge lassen die Sortierabgänge von bis zu 30 Prozent verschmerzen. Auch die Weizenvermehrungen, soweit sie bereits geerntet wurden, schneiden besser ab als erwartet. Die Sortierabgänge aus dem Erntegut sind sortenbedingt recht unterschiedlich, aber kaum höher als in anderen Jahren. Es gebe keinen Grund für Dramatisierungen, betont Dr. Gerhard Schilling, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Saatguterzeuger. Die Keimfähigkeit der bereits untersuchten Weizenpartien sei sehr gut. Höhere Sortierabgänge bei Durumsorten seien ebenfalls nicht ungewöhnlich.

Im Rheinland und im Norden Deutschlands ist die Weizenernte noch in vollem Gange. Große Ertragsdifferenzen zwischen nahegelegenen Schlägen lassen sich oft mit einem örtlichen Gewitter erklären. Dies gilt auch für Roggen- und Triticalevermehrungen. Offenbar zahlt es sich aus, dass die Vermehrungen zumeist auf den besseren Standorten angelegt werden, wo die Böden über eine höhere Wasserkapazität verfügen.

Sorgen bereiten die grobkörnigen Leguminosen. Die besseren Standorte reifen aber erst ab. Eine Aussage über die Erträge ist noch nicht möglich. Die Ausfälle, die bei Erbsen erwartet waren, haben sich nicht bewahrheitet. Teils wird von „enormen Erträgen“ berichtet. Die Lupinen aber haben sich kaum verzweigt, so- dass hier mit großen Lücken gerechnet wird. Hoffnungen ruhen auf den besseren Standorten.

Bedarf völlig ungewiss

Ob die Nachfrage nach grobkörnigen Leguminosen weiter anhält, darauf ist die Saatgutbranche gespannt. Der Bedarf ist ebenso schwer einzuschätzen wie das Interesse an neuen Getreidesorten. Die Landwirte in Deutschland werden versuchen, ihre Greening-Maßnahmen nach den ersten Erfahrungen zu optimieren. Überlegungen gehen dahin, am Saatgut zu sparen und auf Stilllegung zu setzen. (brs)
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