Produzenten von Futterfetten benötigen künftig eine EU-Zulassung. Die Anforderungen an Produktion und Lagerung steigen.

Futtermittelhersteller dürfen ab dem 16. September nur noch rohe pflanzliche Öle verarbeiten oder Futterfette mischen, wenn sie dafür eine EU-Zulassung haben. Das sieht eine europäische EU-Verordnung vor, die an diesem Tag in Kraft tritt, teilt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) heute mit. Die neuen Regelungen sind auch Bestandteil des "Dioxin-Aktionsplans", den Bundesagrarministerin Ilse Aigner als Konsequenz aus dem Dioxin-Skandal Anfang 2011 vorgelegt hatte.

Die Regelungen sehen eine klare Trennung der Produktionsströme vor. Unternehmen müssen die Produktion von Fetten für Futtermittel künftig grundsätzlich von der von Fetten für die technische Industrie trennen.

Zudem werden die Anforderungen an die Beförderung und die Lagerung von Futterfetten verschärft. Behälter, die für Futterfette vorgesehen sind, dürfen grundsätzlich nicht zur Lagerung oder Beförderung von Fetten für die technische Industrie verwendet werden. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Behälter oder Stoffe irrtümlich verwechselt oder vermischt werden.

Die EU-Verordnung schreibt außerdem verschärfte Untersuchungspflichten für Futterfette auf Dioxine und PCB vor. So müssen Unternehmer, die Futterfette oder Futteröle sowie daraus hergestellte Erzeugnisse vermarkten, ihre Produkte in festgelegten regelmäßigen Abständen untersuchen lassen.

Rohe pflanzliche Öle und daraus hergestellte Futtermittel müssen ausnahmslos untersucht werden. Eine solche Untersuchungspflicht gilt nach Angaben des BMELV auch für Fettmischbetriebe. Diese Betriebe müssen entweder die bei ihnen eingehenden Fetterzeugnisse vollständig untersuchen lassen oder die von ihnen daraus hergestellten Produkte.

Deutschland hat die europäische Regelung um eine nationale Zulassungspflicht für Unternehmen ergänzt, die mit Futterfetten handeln. Sie sind künftig verpflichtet, den Erwerb aller Fette zu dokumentieren, sowohl Futterfette als auch Fette, die nicht für den Futtermittelbereich bestimmt sind. (sch)

stats