Die Hitze im Sommer 2015 hat in der österreichischen Landwirtschaft Schäden in Höhe von 175 Mio. € verursacht. Betroffen waren vor allem das Grünland und Herbstkulturen wie Mais und Kartoffeln, berichtet das AIZ Wien. „Es hat sich im abgelaufenen Jahr wieder gezeigt, wie verletzbar die standortgebundene Landwirtschaft ist“, zieht Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, als Ernteversicherer eine ernüchternde Bilanz. Diese Wetterereignisse seien auch ein Hinweis darauf, dass ein Risikomanagement für das wirtschaftliche Überleben in der Landwirtschaft unverzichtbar ist. Das Jahr 2015 habe eindeutig gezeigt, dass der Klimawandel auch in Österreich angekommen ist.

Viele Wetterrisiken versichert
Die Österreichische Hagelversicherung ist der Spezialversicherer in der Landwirtschaft und wurde 1947 als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit gegründet. Neben Hagel werden landwirtschaftliche Kulturen auch gegen Dürre, Überschwemmung, Frost und zehn weitere Risiken versichert. Damit bietet sie die umfassendste Produktpalette Europas an und ist zudem Österreichs größter Tierversicherer.
Weltweit entwickelt die Versicherungswirtschaft für Landwirte Instrumente zum Schadensausgleich bei Naturkatastrophen. Agrarpolitisch geht die Tendenz immer mehr zu umfassenden Risikomanagement-Instrumenten, die auf einer Kombination von finanzieller Eigenleistung der Landwirte und staalichen Zuschüssen beruhen. So beteiligt sich beispielsweise in den USA der Landwirt mit 35 Prozent an der Prämie und der Staat bezahlt den Rest von 65 Prozent.

Auch für  Österreich fordert Weinberger solche Modelle. Denn es werde künftig nur mit umfassenden Ernteversicherungen möglich sein, die Auswirkungen des Klimawandels für die Landwirte langfristig kalkulierbar zu machen.

Neue Dürreindex-Versicherung in Österreich

Für viele betroffene Landwirte war die 2015 in Österreich eingeführte und europaweit einzigartige Dürreindex-Versicherung im Grünland eine wichtige wirtschaftliche Absicherung. Ab 2016 wird diese Möglichkeit erstmals auch für Mais angeboten. Bei einer Indexversicherung (Basis ist die Niederschlagsmenge, gemessen an den Messstationen der ZAMG) wird bei sehr großen Ertragsausfällen Entschädigung für die versicherten Flächen geleistet. (AIZ)
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