Fast alle Flächenländer in Deutschland weisen mittlerweile Tierverluste auf Grund des Schmallenberg-Virus auf. Verschont bleibt bisher nur das Saarland. In die Reihe der Bundesländer, in denen der Schmallenberg-Virus zu Tierverlusten führt, mussten sich am Wochenende auch Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Hamburg einreihen. Damit ist der Erreger nun in 13 von 16 Bundesländern nachgewiesen. Laut Informationen des Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems von heute Nachmittag sind mittlerweile 314 Betriebe bundesweit betroffen und die Zahl steigt täglich. Noch konzentrieren sich die Tierverluste vor allem auf Schafe und Ziegen. Für Rinder kann frühestens im Laufe des Frühlings über die tatsächliche Anfälligkeit geurteilt werden, wenn mehr Geburten von Kälbern vorliegen.

Das FLI arbeitet international mit anderen Einrichtungen an der Entwicklung eines Impfstoffes und prüft zugleich, ob verfügbare Impfstoffe gegen die Akabane-Krankheit, die in Australien, Asien und Afrika bekannt ist, auch gegen die Schmallenberg-Krankheit eingesetzt werden könnten. „Die kommenden Monate werden für unsere Tierhalter nicht einfach, weil die Ausbreitung der Seuche so rasch erfolgt und ein Impfstoff gegen das Schmallenberg-Virus derzeit nicht verfügbar ist“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus am Wochenende. Allzu große Hoffnungen auf eine schnelle Lösung des Virusproblems noch in diesem Jahr gibt es allerdings nicht. (sta)
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