Vogelgrippe: EU-Kommission lehnt Alleingänge ab

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Vor einseitigen Maßnahmen der EU-Mitgliedstaaten gegen die Vogelgrippe warnte EU-Verbraucherkommissar Markos Kyprianou auf dem EU-Agrarministerrat am Dienstag in Brüssel. Seuchen müssten europaweit bekämpft werden, ansonsten hätten die Maßnahmen keine Wirkung, machte der Kommissar auf das harmonisierte Veterinärrecht in der EU aufmerksam. Die vorauseilenden Niederländer haben unterdessen ihr generelles Aufstallungsgebot zurückgezogen. Sie wollen zukünftig den Geflügelhaltern nur bei erhöhtem Infektionsrisiko die Freilandhaltung verbieten. Generelle Aufstallungsgebote gibt es inzwischen in drei deutschen Bundesländern. Die Vogelgrippe habe jetzt Mittelasien erreicht, unterrichtete Kyprianou die Minister im Rat. Zum Glück hätten sich in Mittelasien bisher noch keine Menschen angesteckt. Kyprianou forderte, das Übel an der Wurzel zu packen und die Krankheit vor allem in Südost-Asien zu bekämpfen. Dort bestünden zwar Aktionspläne zur Seuchenbekämpfung, es fehle aber das Geld, um diese auch durchzuführen. Die Kommission will deshalb eine Geberkonferenz organisieren, um die fehlenden Mittel zu mobilisieren. (Mö)
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