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Nach weiteren Funden des Virus H5N1 in Thüringen und Sachsen-Anhalt hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Insel Riems, seine Risikoeinschätzung zur Vogelgrippe von "mäßig" auf "hoch" heraufgesetzt. Damit ist die vierte von fünf Gefahrenstufen erreicht. Gestern hatte das FLI eine H5N1-Infektion in Sachsen-Anhalt bestätigt. Die Tiere waren im Stausee Kelbra an der Grenze zu Thüringen gefunden worden. Thüringen meldete gestern den zweiten Vogelgrippe-Fall dieses Jahres bei einem toten Höckerschwan von der Talsperre Windischleuba bei Altenburg. Bereits Ende Juni waren Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln in Bayern und Sachsen gemeldet worden.

Der erste Verdachtsfall einer H5N1-Infektion von Nutzgeflügel besteht seit gestern Abend in Thüringen. Erste Tests an einer im Landkreis Saalfeld/Rudolstadt tot aufgefundenen Hausgans ergaben eine Infektion mit einem Virus des Typs H5. Weitere Untersuchungen im FLI sollen Aufschluß darüber geben, ob es sich dabei um den hochpathogenen Subtyp H5N1 handelt. Je nachdem, wie diese Untersuchung ausgeht, könnten heute noch für Deutschland Vorschriften zur Aufstallung erlassen werden.

Unterdessen hat sich das Virus H5N1 auch nach Frankreich ausgebreitet. Wie das französische Landwirtschaftsministerium gestern bestätigte, sind drei Schwäne im 80 km westlich von Saarbrücken gelegenen Assencourt an den Folgen einer Infektion mit dem Erreger gestorben. Als Reaktion darauf erhöhten die Behörden ihre Risikoeinschätzung ebenfalls von "mäßig" auf "hoch". (Wo)

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