Vogelgrippe spaltet EU

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Mehrere britische Medien fordern ein Importstopp für Geflügelfleisch aus Ungarn. Die britische Presse wirft dem Agrarministerium in London Sorglosigkeit vor. Mittlerweile wurde bekannt, dass es sich um den gleichen H5N1-Virus handelt, der bei den ungarischen Wildgänsen und den britischen Truthühnern festgestellt worden ist. Die EU-Kommission hält den Ruf nach Importsperren für überzogen. Der gleiche Virus sei schon verschiedentlich in der EU aufgetreten und deshalb kein Beweis für eine Übertragung von Ungarn nach England, erklärte am Montag in Brüssel der Sprecher von EU-Verbraucherkommissar Markos Kyprianou.

Die Kommission besteht auf der regionalen Seuchenbekämpfung, die sich nicht um die Grenzen der Mitgliedstaaten schert. Sicher ist, dass gekochtes und rohes Fleisch innerhalb des Unternehmens Bernard Matthews Ltd. hin und her bewegt wurde. Die ungarischen Betriebsteile des Unternehmens liegen aber 250 km von der gesperrten Zone mit infizierten Wildvögeln entfernt. Aus Ungarn wurde Geflügelfleisch mit den üblichen strengen Kontrollen in verschiedene EU-Mitgliedstaaten geliefert, ohne dass es zu Problemen gekommen sei, rechtfertigt sich das Landwirtschaftsministerium in Budapest. Der schnelle Ruf der britischen Presse nach nationalen Grenzschließungen könnte sich zu einem Eigentor entwickeln. Schon haben die Veterinärbehörden des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELF) die Infektionsgefahr aus Großbritannien von „gering“ auf „mittel“ hochgestuft. (Mö)

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