3-D-Drucker

„Vollkommen neue Produkte“

3-D-Drucker regen auf der Agritechnica die Phantasie an
-- , Foto: kbo
3-D-Drucker regen auf der Agritechnica die Phantasie an

Je komplexer desto besser“, erklärt Ben Graepel von der Berliner Unternehmensberatung TriAhead, die auf Agrartechnik spezialisiert ist. Er hat 85 Hersteller, Zulieferer und Wissenschaftler aus der Agrarwirtschaft zu Risiken und Chancen des 3-D-Drucks befragt. Demzufolge ist der Einsatz derzeit vor allem bei filigranen Gebilden und kleinen Stückzahlen lohnenswert. Da die Produktion „on Demand“ laufe, versprechen sich die Befragten, darüber hinaus, dass Überproduktion vermieden werde und es Einsparungen beim Lagerplatz gebe.
 

Druck steuert Materialeigenschaft

„Vor allem aber wird die Herstellung individueller werden“, sagt Graepel. Es könnten komplett neue Produkte entwickelt werden, da die Herstellungsmethode eine andere sei. Man sei zum Beispiel nicht mehr auf die Gießtechnik angewiesen.  „Was schwierig zu gießen war, wird heute gedruckt, erklärt ein 3-D-Drucker-Hersteller. So ließe sich die Geometrie, beispielsweise eines Motors vollkommen neu gestalten. Darüber hinaus beeinflusse der Prozess die Materialeigenschaften. Je nachdem wie das in Pulverform vorliegende Ausgangsmaterial wie Metall, Keramik oder Kunststoff aufgebracht werde, erhalte das Material andere Eigenschaften.
 
Allerdings sind der Technik Grenzen gesetzt. Zum Beispiel beträgt die maximale Produktgröße derzeit etwa 40 cm mal 40 cm. Auch liegen nicht für alle gewünschten Komponenten 3-D-Daten vor. Manche der Befragten erklärten darüber hinaus, dass sie sich zurückhielten, weil ihnen das Know-how fehle.
 
Bisher kommt die 3-D-Technik in der Agrarwirtschaft laut Studie vor allem für die Herstellung von Protottypen zum Einsatz. Für die Zukunft versprechen sich die Nutzer eine schnellere Produktion. In fünf Jahren werde mit einer etablierten Herstellung von Ersatzteilen und kleineren Serien gerechnet.

Lieferkette verändert sich

 
„Die Lieferkette wird sich immens verändern“, sagt Graepel. Hersteller seien nicht mehr so stark auf Zulieferer angewiesen. Die Produktentwicklung erfolge schneller und flexibler. Dass allerdings die Kunden in Zukunft direkt in die Produktentwicklung eingebunden sein werden, sehen die Umfrageteilnehmer noch nicht. Das schätzt Graepel anders ein: Erfahrungen aus Amerika würden auf diese Entwicklung hindeuten, betont er. (kbo)
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