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Zur Trennung von unwirtschaftlichen Betriebszweigen forderte Dr. Friedrich-Leopold Freiherr von Stechow gestern in Berlin anlässlich des Kolloquiums "10 Jahre Agrargenossenschaften" des Deutschen Raiffeisenverbandes, Bonn, auf. Weit mehr als 50 Prozent der genossenschaftlichen Milcherzeuger schreibe seit Jahren Verluste, obwohl bisher praktisch keine Quotenkosten anfielen. Neben dem Festhalten an defizitären Betriebszweigen zählte Dr. Stechow zu den "systemimmanenten Lasten" der Agrargenossenschaften einen Überbesatz an Arbeitskräften, zu wenig am Gewinn orientiertes Denken, eine zu geringe Eigenkapitalquote, einen hohen Restrukturierungsbedarf im Kapitalstock und zu starke Hierarchien im Management. Das Ergebnis könne deshalb nicht überraschen: Die große Mehrheit der Agrargenossenschaften erwirtschaftete trotz ihrer durchschnittlich 1.500 ha Betriebsfläche nur bescheidene Gewinne. Die Betriebsgröße allein biete keine Erfolgsgarantie. (GH)
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