Vorbehalte gegen GV-Mais in den USA


Der gentechnisch veränderte (GV-)Mais Enlist von Dow Agro Sciences kommt voraussichtlich erst 2014 auf den US-Markt.

Dow Agro Sciences will den GV-Mais nun statt zur Aussaat 2013 erst 2014 in den USA einführen. Das berichtete kürzlich die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Dow-Manager. Ursache für die Verzögerung sei, dass das US-Landwirtschaftsministerium USDA die neue Sorte noch nicht zugelassen habe. In Kanada ist die Sorte bereits genehmigt.

Das USDA hatte zuvor eine Stellungnahme zu dem Enlist-Mais veröffentlicht. Diese hatte nach einem Bericht des Informationsdienstes Transgen eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Reaktionen provoziert. 5.000 Kommentare aus der Öffentlichkeit seien eingegangen. Hinzu kommt eine Petition der Washingtoner Nicht-Regierungsorganisation „Center for Food Safety“, die mehr 400.000 Bürger unterzeichnet hätten.

Mit der Entwicklung des Enlist-Systems aus Herbizid und Saatgut reagiert Dow Agro Sciences auf die sich ausbreitenden Resistenzen von Unkräutern gegen die Roundup-Produkte von Monsanto. Enlist funktioniert nach einer ähnlichen Logik wie Roundup: Der GV-Mais ist so gezüchtet, dass er gegen das systemeigene Herbizid unempfindlich ist. Dow plane, innerhalb der Produktlinie auch GV-Baumwolle und GV-Sojabohnen herauszubringen.

Der wirksame Bestandteil von Enlist geht auf 2,4-D zurück, ein laut Transgen in den 1940er-Jahren in den USA zugelassenes Herbizid. 2,4-D war auch Bestandteil des im Vietnamkrieg eingesetzten Entlaubungsmittels Agent Orange, das mutmaßlich zu Erkrankungen bei Menschen geführt hat. In den USA richten sich die Bedenken gegen Enlist offenbar dagegen, dass der Wirkstoff auf andere Felder verdriftet und mit dort geernteten Obst oder Gemüse verzerrt wird.

Dow zufolge enthält das Herbizid nicht die toxische Komponente von Agent Orange. Der Konzern hat angekündigt, die Umweltverträglichkeit des Systems auf mehreren Versuchsfeldern zu demonstrieren. (pio)
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