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Nach dem Fund des Virus H5N1 in Ungarn rückt die Vogelgrippe wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Auch in Deutschland ist ein Krankheitsausbruch möglich. Niemand solle glauben, die Vogelgrippe sei in Deutschland kein Thema mehr. "Die fehlenden positiven Befunde von H5N1 sind kein Grund, sich in Sicherheit zu wiegen", bekräftigte Prof. Thomas C. Mettenleiter, Leiter des Friedrich-Loeffler-Instituts, Insel Riems, auf der Grünen Woche in Berlin. Der hochpathogene Erreger H5N1 sei in Europa in Wildvögeln verbreitet und ein Eintrag in kommerzielle Bestände müsse verhindert werden. Dafür komme nur die Stallpflicht in Frage, zitiert die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer aktuellen Ausgabe den Wissenschaftler. Der Schutz des Geflügels sei auch der beste Schutz vor einer Infektion mit dem für Menschen tödlichen Krankheitserreger, sagte Mettenleiter auf einem Forum des Deutschen Bauernverbands zur "Zukunft der Seuchenbewältigung".

Der Wissenschaftler sprach sich klar gegen eine Impfung kommerzieller Bestände zur Bekämpfung der Vogelgrippe aus. Auch geimpfte Tiere könnten sich mit dem Erreger infizieren, dafür sei lediglich eine größere Virusmenge nötig. Das Virus könnte sich dann unbemerkt verbreiten, da eine Impfung die Krankheitssymptome weitgehend verhindere. Im Falle eines Krankheitsausbruchs führe auch in Zukunft kein Weg an der in der Öffentlichkeit unpopulären Tötung der betroffenen Bestände vorbei. Nur so könne eine weitere Ausbreitung des Virus verhindert werden, so Mettenleiter. (Wo)

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