Wirtschaftsausschuss

Vorfahrt für Erdkabel beschlossen

Der Wirtschaftsausschuss im Deutschen Bundestag hat am Mittwoch das neue Energieleitungsausbaugesetz beschlossen. Das Papier schreibt für neue große Gleichstromtrassen einen Erdkabelvorrang vor. Noch diese Woche soll das Parlament über das Gesetz abstimmen.

Dem Gesetzesvorhaben zufolge sollen neue Stromautobahnen wie SuedLink oder die Gleichstrompassage Süd-Ost künftig vorrangig unterirdisch verlaufen. Darauf hatte sich das Bundeskabinett bereits Anfang Oktober verständigt. Dadurch erhofft sich die Bundesregierung eine größere Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung. Laut Beschluss sollen neue Überlandleitungen künftig in Wohngebieten verboten sein. Allenfalls aus Naturschutzgründen können Ausnahmen gemacht werden oder wenn bereits bestehende Stromleitungen ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt genutzt werden können.

Bei den Landwirten stößt dieses Vorhaben unterdessen auf wenig Akzeptanz. Im Vergleich zu herkömmlichen Freileitungen seien mit Erdkabeln deutlich stärkere Eingriffe in die Landwirtschaft und in die Bodenstruktur verbunden, hatte der Deutsche Bauernverband (DBV) bereits vor einigen Wochen betont. So hätten Gleichstromtrassen zwar eine niedrigere Wärmeabstrahlung als die bisher üblichen Wechselstromtrassen, räumt der DBV ein. Doch auch bei diesen Vorhaben seien dauerhafte erhebliche Produktionseinbußen auf landwirtschaftlichen Flächen zu befürchten. Denn eine Bodenerwärmung durch Erdverkabelung kann mit partiellen Austrocknungen von Flächen einhergehen. (pio)
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