Vorkontrakte bieten Sicherheit

Beim Verkauf landwirtschaftlicher Produkte bieten Vorkontrakte den Landwirten eine gewisse Sicherheit. Kommt es zu Schwierigkeiten bei der Kontrakterfüllung, können Kulanzregelungen gefunden werden. „Vorkontrakte sind Sicherungsinstrumente, die für Landwirte und Händler mit Risiken wie auch Vorteilen verbunden sind." Zu diesem Ergebnis kommt Bruno Fehse, Präsident des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), in dieser Woche vor Journalisten in Berlin. Der Vorkontrakt biete dem Landwirt den Vorteil, dass er bereits vor der Ernte weiß, welche Mengen er zu einem bestimmten Zeitpunkt und Preis liefern könne.  Für diese Sicherheit müsse der Landwirt beim Abschluss eines Vorkontraktes in Kauf nehmen, dass er an Preissteigerungen nicht mehr partizipieren könne, so Fehse. Andererseits sei er vor sinkenden Preisen geschützt. 

Fehse hält es für falsch, „jetzt zur Vorsicht beim Abschluss von Vorkontrakten der neuen Ernte zu mahnen". Oftmals seien kaufmännische Entscheidungen im Einzelfall praktikabler als eine juristische Absicherung aller Eventualitäten per Vertrag. Fehse verwies auf die Situation nach der schwachen Ernte 2010, als Landwirte Schwierigkeiten hatten, die in Vorkontrakten vereinbarte Qualität zu liefern. „Dies führte teilweise zu Problemen und Diskussionen bei der Kontraktabwicklung", räumte Fehse ein. Solch eine Extremsituation sei auch für den Handel neu gewesen. Dennoch seien in der Regel gemeinsame Lösungen und Kulanzregelungen gefunden worden. Dies sollte auch für den Abschluss neuer Kontrakte für die Ernte 2011 gelten, betonte Fehse. (da)
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