Vorsichtiger Umgang mit Tiermehl geboten

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In den französischen Plänen, die Verfütterung von Tiermehl auch für Schweine und Hühner zu verbieten, sieht EU-Kommissar David Byrne keinen Verstoß gegen die Regeln des gemeinsamen Binnenmarktes. Es stehe Frankreich frei, dies zu tun, erklärte der für den Verbraucherschutz zuständige Kommissar am Mittwoch in Brüssel. Byrne vermutet, dass immer noch Tiermehle unbeabsichtigt ins Futter für Wiederkäuer gelangen und forderte deshalb strengere Kontrollen. In Großbritannien und Portugal sind bisher schon Tiermehle für alle Säugetiere und nicht nur für Rinder, Schafe und Ziegen verboten. In Frankreich stimmen Rindfleischerzeuger und Schlachthöfe auch drastischen Maßnahmen zu, um den Einbruch beim Verkauf zu stoppen.
Byrne wolle die Lage keinesfalls dramatisieren. Bisher gebe es in der EU nur acht Fälle von BSE bei Tieren, die nach 1996 geboren wurden. Im Jahr 1996 wurde EU-weit die Verfütterung von Tiermehlen an Wiederkäuer untersagt. Was die Kennzeichnung von reexportierten britischen Rindfleisch aus anderen EU-Mitgliedstaaten angeht, machte Byrne auf eine Übergangsfrist aufmerksam. Erst ab dem 1. Januar 2001 müssten die Kennzeichnungsregeln für britisches Rindfleisch vollständig angewendet werden. In Deutschland befürchten manche, dass britisches Rindfleisch unerkannt über Nachbarländer importiert werden könnte. Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer will sich am heutigen Donnerstag mit Byrne in Brüssel treffen. (Mö)
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