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Der vorsorgende Verbraucherschutz sei im Keim erstickt, bilanzierte der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrich Heinrich, anlässlich der inzwischen 101 festgestellten BSE-Fälle in Deutschland. Noch immer lagerten alte, eventuell infizierte Tiermehlbestände in den Hallen der Futtermittelhersteller. Die Kostenübernahme für die Entsorgung sei ebenso ungeklärt wie die Aufteilung der Folgekosten der gesamten Krise zwischen Bund und Ländern. Für die Bauern liege der Preis für Schlachtrinder nach wie vor auf ruinösem Niveau, obwohl der Verbraucher mit wesentlich höheren Rindfleischpreisen konfrontiert werde.

Der gesamtwirtschaftliche Schaden durch die Folgen der BSE-Krise werde zusammengenommen im Laufe der nächsten Jahre in die Milliardenhöhe steigen. Die anfängliche Keulung der gesamten Rinderherde habe nicht nur gegen alle Grundsätze des Tierschutzes verstoßen, sondern auch wertvolle Zuchttiere unwiederbringlich vernichtet und unsinnige Kosten verursacht. Erst die Durchsetzung der von der FDP von Anfang an geforderten Kohortenschlachtung nach dem Schweizer Modell habe eine Rückkehr zur vernünftigen Bewältigung der Krise eingeleitet. Diese Vernunft müsse in Zukunft konsequent die weiteren notwendigen Maßnahmen für den Verbraucherschutz bestimmen. (GH)
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