Vorstoß gegen Geflügelgrippe

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Zur Abwehr der Vogelgrippe wollen die beiden großen EU-Mitgliedstaaten Frankreich und Deutschland der EU-Kommission zusätzliche Veterinäre zur Verfügung stellen, regten sie auf dem EU-Agrarministerrat am Montag in Brüssel an. Ein deutsch-französisches mobiles Einsatzteam soll die Kontrollen vor Ort verbessern. Vor allem wisse man viel zu wenig über die Situation in Afrika, wo die Zugvögel überwintern, berichtete Gert Lindemann, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium auf dem Agrarministerrat. Zudem forderten Deutschland und Frankreich, dass alle in die EU Einreisenden eine Erklärung abgeben müssen, nach der sie keine Geflügelprodukte mit sich führen. Das verhindere zwar nicht immer illegale Einfuhren, verstärke aber den Druck auf die Reisenden, erklärte Lindemann. Sollten sie etwas dabei haben, würde ihnen im Falle von vorherigen Erklärungen Vorsätzlichkeit vorgeworfen. Bisher müsse man dagegen von Fahrlässigkeit ausgehen. Die deutsch-französische Initiative gegen die Vogelgrippe wurde im Ministerrat von den anderen Mitgliedstaaten nur sehr verhalten aufgenommen. Sie sehen die Seuchenbekämpfung bei der EU-Kommission in guten Händen und lehnen nationale Alleingänge ab. (Mö)
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