WTO: Brüchiger Kompromiss steht

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In der Nacht zum Samstag verständigten sich 30 WTO-Mitgliedstaaten auf Schlüsselzahlen zum Abbau ihrer Agrarsubventionen und Industriezölle. Danach sollen die USA die jährlichen Zuwendungen an ihre Farmer auf 14,5 Mrd. $ beschränken. Hohe Einfuhrzölle für landwirtschaftliche Erzeugnisse müssten in der EU um 70 Prozent gesenkt werden. Stattdessen kann Drittländen auch ein Einfuhrkontingent in Höhe von 4 Prozent des Verbrauchs angeboten werden. Indien lehnt den Kompromiss bisher ab, weil es einen besseren Außenschutz für seine Kleinbauern fordert. Argentinien verweigert die geforderte Marktöffnung für Industrieprodukte. „Was wir zusammen bekommen haben, ist nicht perfekt und nicht schön, aber es ist gut für die Weltwirtschaft“, meinte EU-Handelskommissar Peter Mandelson. Er muss den Kompromiss heute vor den EU-Mitgliedstaaten verteidigen. In den WTO-Verhandlungen geht es am Samstag um den Dienstleistungssektor. Am Sonntag soll erneut über die Zahlen für den Agrar- und Industriesektor diskutiert werden. Zudem gibt es von den Bananen bis zur Baumwolle noch weitere Stolpersteine, die vor einem erfolgreichen Abschluss der Runde liegen. (Mö)
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