WTO: Fischer Boel bleibt auf Reformkurs

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Nach den gescheiterten WTO-Verhandlungen möchte die EU-Kommission ihre Agrarpolitik weiterhin modernisieren. „Wir müssen weiter in diese Richtung gehen“, betonte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel am Dienstagabend auf ihrer Abschlusspressekonferenz in Genf. Was die EU angeboten habe, sei schmerzhaft für die europäischen Landwirte. Dennoch seien die Erzeuger durch die Marktorientierung inzwischen flexibler, um auf neue Rahmenbedingungen reagieren zu könne. Die GAP werde sich deshalb auch ohne WTO-Ergebnis entwickeln. Die Welt sei nach dem Scheitern der WTO-Verhandlungen unsicherer geworden, bedauerte die tief enttäuschte Kommissarin. Die Kommission hatte am Freitag Rückendeckung von den EU-Mitgliedstaaten erhalten, obwohl der Lamy-Kompromiss von der europäischen Landwirtschaft weitere Zugeständnisse abforderte. Frankreich übte nur noch moderate Kritik, nachdem sich Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer hinter die Kommission gestellt hatte. (Mö)
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