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Die deutsche Milchwirtschaft ist an einem erfolgreichen Abschluss der WTO-Verhandlungen interessiert. Auf dem Weg dorthin gibt es laut Milchindustrie-Verband (MIV), Bonn, noch einigen Gesprächsbedarf. Im Zuge der europäischen Zusammenarbeit hat der MIV vor kurzem mit allen beteiligten WTO-Partnern in Genf Sondierungsgespräche geführt. Insbesondere der neuseeländische Vorsitzende der Arbeitsgruppe Landwirtschaft, Crawford Falconer, habe sich optimistisch gezeigt, die Runde erfolgreich beenden zu können, teilte der Verband mit.

In den Unterredungen habe der MIV auf die aus Sicht der Milchwirtschaft derzeit noch bestehenden vier Hauptprobleme hingewiesen. Die exportstarken Länder, darunter Australien, Argentinien und Neuseeland, würden einen umfassenden Marktzugang in die EU erwarten. Dazu soll der Außenschutz der EU um bis zu 90 Prozent gesenkt werden. Würde ein Land bestimmte Produkte nicht dem Abbau des Zolls unterwerfen wollen, müssten für diese Produkte zusätzliche Einfuhrquoten eingerichtet werden. Diese "sensiblen Produkte" sollen also trotzdem vermehrt international gehandelt werden. In Europa würde über Butter als ein solches sensibles Erzeugnis nachgedacht. Beim Exportwettbewerb sollen alle Ausfuhrerstattungen gestrichen werden. Die EU hatte hierzu als Datum 2013 angeboten. Durch die zögerlichen Verhandlungen in der Vergangenheit könnte sich dieser Termin möglicherweise nach hinten schieben lassen. (ED)

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