WTO: USA stellen Außenschutz in Frage


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Einen Höchstzollsatz von 75 Prozent fordern die USA seit dieser Woche im WTO-Agrarausschuss in Genf. Zudem möchten sie nur für wenige sensible Produkte einen höheren Außenschutz zulassen. Die EU und eine Mehrheit der WTO-Mitgliedstaaten weisen den amerikanischen Vorstoß zurück. Dennoch sind die Verhandlungen jetzt in eine entscheidende Phase gekommen. Die Forderungen der USA beim Außenschutz kommentierte ein Beobachter in Genf als "eine Rolle rückwärts". Vielleicht würden die USA aus taktischen Gründen eine extreme Position einnehmen, weil bei der internen Stützung der Landwirte die Amerikaner selbst immer stärker unter Druck gerieten. Die Grundlage beim Außenschutz sollte der Vorschlag der G-20-Gruppe bleiben, meint eine Mehrheit in Genf. Brasilien, Indien, Kanada, China und die anderen G-20-Mitglieder geraten nach einem Bericht der Agrarzeitung Ernährungsdienst immer mehr in die Rolle eines Vermittlers. Sie haben einen Höchstzollsatz von 100 Prozent für Industrieländer und von 150 Prozent für Entwicklungsländer vorgeschlagen. Wenn es die Politiker in der kommenden Woche in Zürich schaffen, den Verhandlungen einen weiteren Impuls zu geben, wird ein Erfolg auf dem WTO-Ministertreffen im Dezember in Hongkong nicht mehr ausgeschlossen.(Mö)
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