WTO: Verhandeln am Abgrund


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Nach den Fortschritten am Wochenende sind die WTO-Verhandlungen am Montag erneut in eine kritische Phase geraten. Indien und China akzeptieren den Lamy-Kompromiss nicht, weil sie einen besseren Außenschutz einfordern. Erst wenn die Nahrungseinfuhren um 40 Prozent über die normalen Mengen hochgehen, werden im Lamy-Papier den Entwicklungsländern Schutzmechanismen zugestanden. Das reicht den beiden Schwellenländern nicht, die mit lebensnotwendigem Außenschutz für ihre vielen Kleinbauern argumentieren. Die USA ist der Hauptgegner von Indien und China. Die US-Amerikaner fordern zusätzliche Absatzmöglichkeiten in Entwicklungsländern. Am Dienstagmorgen verhandelte in Genf die G-7 Gruppe. Jean-Luc Demarty, Generaldirektor in der EU-Kommission trat als Vermittler zwischen den Kontrahenten auf. WTO-Generaldirektor Pascal Lamy will am Dienstagabend noch eine Sitzung des Handelsausschusses folgen lassen, immer unter der Voraussetzung, dass keiner der Beteiligten die Verhandlungen abbricht. (Mö)
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