WTO-Verhandlungen gescheitert

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Am heutigen Dienstagabend wurden die WTO-Verhandlungen in Genf nach neun Tagen abgebrochen. Die letzten Versuche der Einigung scheiterten nach einer ergebnislosen Ministerrunde im „Green Room“. Die USA auf der einen, Indien und China auf der anderen Seite hatten sich am Montag ineinander verzahnt, ohne ihre Kontroversen wieder lösen zu können. US-Handelsbeauftragte Susan Schwab trat kurz vor 18 Uhr vor die Presse und verkündete, mit Indien sei keine Einigung möglich, weil es den Lamy-Kompromiss vom Wochenende ablehne.

China, Indien und die USA machen sich nun gegenseitig für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. Die USA drängen mit Macht auf die Märkte der Entwicklungsländer. China und Indien möchten dagegen ihre Kleinbauern vor dem Wettbewerb vom Weltmarkt schützen. Die EU-Kommission war sehr enttäuscht, dass alle Anstrengungen der vergangenen Tage vergeblich waren. Die Kommission könnte den Entwicklungsländern im Gegensatz zu den USA zusätzliche Schutzinteressen in der Landwirtschaft zugestehen. (Mö)

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