WTO beurteilt EU-Zuckerexporte als quersubventioniert

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Nach den Vorstellungen der WTO soll die EU in Zukunft jährlich rund 4 Mio. t weniger Zucker exportieren. Heute könne die EU diese Mengen nur deshalb zu Weltmarktpreisen verkaufen, weil sie ihre Zuckerproduktion protektioniere. Sie schade damit den Wettbewerbern in Brasilien und Australien, meint die WTO. Das Schiedsgericht der Welthandelsorganisation in Genf hat seinen Schlussbericht im Zuckerpanel am Mittwoch an die beteiligten Parteien weitergeleitet. Brasilien, Australien und Thailand hatten vor der WTO geklagt. Der Bericht wurde von der Organisation noch nicht dem allgemeinen Publikum zugänglich gemacht.

Aus Reaktionen der Betroffenen ist aber bereits erkennbar, dass die WTO sowohl den Export von rund 3 Mio. t C-Zucker aus der EU als unzulässige Handelsverzerrung einstuft als auch die 1,6 Mio. t AKP-Zucker, die auf den Weltmarkt reexportiert werden. Die in Frage gestellte Menge wird nicht zwar mit Exporterstattungen aus dem EU-Haushalt bedacht. Die WTO kritisiert aber eine Quersubventionierung. Nach ihrer Auffassung können sich die europäischen Zuckerfabriken den Absatz von C-Zucker zu Weltmarktpreisen ohne Erstattungen nur leisten, weil die Preise für das Gros der Produktion deutlich gestützt werden. (Mö)

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