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In der Welthandelsorganisation (WTO) sind die Verhandlungen über eine weitere Liberalisierung der Landwirtschaft Mitte dieser Woche wieder aufgenommen worden. Durch die Einigung auf ein Zwischenabkommen am 1. August hatte die laufende Doha-Runde neuen Schwung bekommen. Wie schnell es aber nun zu einem Abschluss kommen soll, ist zwischen den Delegationen umstritten. Insbesondere die von China, Brasilien und Indien geführte Gruppe von Entwicklungs- und Schwellenländern (G-20) fordert, dass eine Einigung bei der nächsten WTO-Ministerkonferenz im Dezember 2005 unterzeichnet werden soll, heißt es von Diplomaten aus der WTO. Andere Delegationen wollen dieses Datum als Richtwert und nicht als festen Termin verstanden wissen. So erklärte beispielsweise die EU, dass für ein solch schnelles Vorankommen die Zeit bereits dränge. Unrealistische Fristen brächten nur unnötige Probleme, sagte ein EU-Diplomat.

Die G-10, eine Gruppe, die für 13 Prozent der weltweiten Agrarimporte steht (Schweiz, Bulgarien, Taiwan, Island, Südkorea, Japan, Israel, Liechtenstein, Mauritius und Norwegen) insistierte auf der Berücksichtigung von nichtkommerziellen Aspekten der Landwirtschaft und einem höheren Schutz geografischer Herkunftsangaben. Im Namen der G-10 kritisierte die Schweiz zudem die Vormachtstellung der "fünf Großen" (USA, EU, Brasilien, Indien und Australien) in dem vor zwei Monaten errungenen Zwischenabkommen zur weiteren Liberalisierung des Welthandels. (AIZ)

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