1

Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ), Bonn, lehnt den Vorschlag der EU-Kommission, die Zuckermarktordnung lediglich zwei Jahre fortzuführen, entschieden ab. In einer ersten Stellungnahme reagiert die WVZ darüber hinaus mit Unverständnis auf die vorgeschlagene dauerhafte Kürzung der Produktionsquoten. Es werde außer Acht gelassen, dass erst bei der jüngsten Reform alle notwendigen Instrumente eingeführt worden seien, um zukünftigen Verpflichtungen aus den WTO-Verhandlungen, der EU-Erweiterung und den Haushaltsrestriktionenn nachzukommen. Im Interesse stabiler Marktverhältnisse und der erforderlichen Planungssicherheit für Rübenanbauer und Zuckerindustrie fordert die deutsche Zuckerwirtschaft eine Marktordnungsperiode von mindestens fünf Jahren.
Auch die von der EU-Kommission beabsichtigte Abschaffung des Lagerkostenausgleichssystems ist für die WVZ nicht akzeptabel. Gerade für das typische Kampagneprodukt Zucker sei die geregelte Lagerhaltung eine unverzichtbare Voraussetzung, da sie nicht nur jegliche Inanspruchnahme der Intervention verhindere, sondern darüber hinaus sowohl den Inlandsmarkt als auch die Exportmärkte durch einen gleichmäßigen Abfluss des Zuckers stabilisiere. Nachdrücklich weist die Vereinigung darauf hin, dass das geplante Einfrieren der Rüben- und Zuckerpreise einen weiteren Rückgang der realen Erzeugerpreise bedeute und der permanenten Kostensteigerung in keiner Weise gerecht werde. (ED)
stats