WWF fordert Verknüpfung von Agrarsubventionen mit Umweltkriterien

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Nur sieben der fünfzehn EU-Mitgliedstaaten nutzen die Möglichkeit, Agrarsubventionen mit Umweltauflagen zu verknüpfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die das Londoner Institut für europäische Umweltpolitik im Auftrag des World Wide Fund For Nature (WWF), Gland/Schweiz, vorgelegt hat. Vorreiter seien Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Griechenland, Dänemark, Finnland und Irland, teilt der WWF mit. Die Verknüpfung der Agrarsubventionen mit Umweltstandards sei nur eine Option für die EU-Staaten. Die Agenda 2000 verpflichte sie aber, die durch die Landwirtschaft verursachten Umweltprobleme zu bekämpfen. In der Wahl der geeigneten Instrumente sind die EU-Staaten frei. "Wenn sich jedoch weiterhin Nitrat im Grundwasser und Pestizide in den Flüssen finden, sind die ergriffenen Instrumente offensichtlich nicht geeignet", bemängelt Hilmar Freiherr v. Münchhausen, Agrarexperte des WWF Deutschland.
Die Subventionspolitik der EU erhalte durch die Osterweiterung zusätzliche Brisanz. Der WWF hält es für unsinnig, die Agrarsubventionen auf ein Land wie Polen zu übertragen. Besser sei es, die flächendeckenden Agrarsubventionen in Mittel- und Osteuropa gar nicht erst einzuführen und in der EU auslaufen zu lassen. Mit dem freiwerdenden Finanzvolumen sollten gezielt Landwirte belohnt werden, die aktiv etwas für den Umwelt- und Naturschutz tun. Damit könnte das Geld der Steuerzahler effizienter eingesetzt werden, betonte Münchhausen. (ED)
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