Die Umweltorganisation WWF fordert, dass Fleisch von Tieren, die gentechnisch verändertes Futter (GV-) bekommen haben, gekennzeichnet werden.

Schätzungen der Umweltorganisation WWF zufolge stammen mehr als 80 Prozent aller für Tierfutter verwendeten Soja-Importe für den deutschen Markt aus GV-Sorten. Über diesen Weg gelange „Gentechnik mit Fleisch, Eiern oder Käse auf unseren Tellern, ohne dass wir es wissen“, kritisiert die Organisation und fordert eine Kennzeichnung der Lebensmittel.

Der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) bestätigt, dass etwa 20 Prozent der Sojaschrot-Importe nicht gentechnisch verändert seien. Insgesamt werden in Deutschland rund 80 Mio. t Futter an Tiere verfüttert, davon seien 4,5 Mio. t Sojaschrot. Der Importanteil betrage rund 10 Prozent. Nur noch Brasilien könne Sojabohnen von nicht gentechnisch veränderten Sorten lieferen. Hier entwickle sich jedoch die Anbaufläche kontinuierlich zurück.

Der WWF kontert zur Knappheit von gentechnikfreiem Soja auf dem Weltmarkt: „Wenn die Nachfrage aus Europa steigt, wirkt sich das sofort aus.“

Der Futtermittelverband kritisiert die Darstellung des WWF suggeriere, dass der Verbraucher keine Wahl habe. In Deutschland gebe es jedoch seit 2008 die Möglichkeit Produkte „ohne Gentechnik“ zu kennzeichnen. Dieses Marktsegment habe sich in den zurückliegenden Jahren stark entwickelt. Dieses liege in der Geflügelmast zwischen 60 und 80 Prozent, für die Eiererzeugung bei 40 Prozent und für die Milcherzeugung bei 10 Prozent. (hed)
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