Demnach haben Geflügelhalter ein fast sechsfach höheres Infektionsrisiko, wenn der Geflügelauslauf auf Kleiböden liegt. Allerdings räumen die Veterinäre umgehend ein, dass es eigentlich nicht der Boden ist, der das Risiko erhöht. Vielmehr liegen diese Böden in wasserreichen Regionen. denn von Wildvögeln rührt das eigentliche Infektionsrisiko her.

Außerdem sind Wildenten auf dem Gelände ein wichtiger Infektionsherd. Wenn der Betriebsleiter mindestens einmal wöchentlich Enten auf seinem Gelände sieht, dass muss er mit einem dreimal so hohen Risiko rechnen wie Kollegen mit selteneren Besuchen von Enten. Ein derart eindeutiger Zusammenhang ließ sich mit keiner anderen Wildvogelart herstellen, so die Beobachtung der Veterinäre.

Für diese Untersuchung wurden 40 Freilandgeflügelhaltungen, die mit einem niedrig-pathogenen Vogelgrippevirus befallen waren, befragt. Ihre Antworten wurden verglichen mit 81 Freilaufbetrieben ohne Vogelgrippe-Befall. Diese ersten Ergebnisse präsentierte die niederländische Staatssekretärin für Landwirtschaft, Sharon Dijksma. Sie kündigt weitere Untersuchungen an, bei denen die Wasservogelarten nochmals genauer unter die Lupe genommen werden. Zugleich sollen auch Geflügelhaltungen ohne Auslauf einbezogen werden. (brs)
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