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Die größte tschechische Absatzgenossenschaft der Schweineproduzenten, Centroodbyt, hat die heimischen Produzenten vor billigen Absätzen von Tieren an ausländische Aufkäufer gewarnt. In ihren am Dienstag veröffentlichten "Aktuellen Informationen für Schweinehalter", weist die Genossenschaft darauf hin, dass vor allem die deutschen Zwischenhändler derzeit scheinbar attraktive Bedingungen anböten. So sähen diese meistens 80 Prozent Vorschuss und die Auszahlung restlicher Gelder nach der Abrechnung mit deutschen Schlachthöfen vor. Nach Abzug von Abschlägen und Spesen ergäben sich aber die Kaufpreise, die weit unter der von Centroodbyt geforderten Mindestgrenze von 30,00 kcs/kg Lebendgewicht (0,922 EUR) lägen.

Die Absatzgenossenschaft und deren Mitgliedsorganisationen führten derzeit Verhandlungen mit einer Reihe von renommierten Unternehmen in Deutschland sowie Italien, Österreich und Polen, aber auch in Russland mit dem Ziel, in Kürze ordentliche Vereinbarungen über die Verkäufe von Tieren abzuschließen, heißt es in der Verlautbarung. Zugleich rechne Centroodbyt mit baldiger Steigerung der Exportpreise für Schweine. Um Druck auf die heimischen Abnehmer zu verstärken, hatte Centroodbyt Anfang April für die Zeit nach dem EU-Beitritt Tschechiens aktive Schweineexporte in die benachbarten Mitgliedstaaten angekündigt. Darauf hin, aber auch infolge der subventionierten Ausfuhren, stiegen die inländischen Ankaufpreise an. Nach Angaben der Genossenschaft kaufen die meisten tschechischen Verarbeiter Schweine derzeit zum Preis von 0,983 EUR/kg an. (pom)

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