Eurotier: Pilotprojekt

Wasserlinsen als Sojaschrotersatz

Das Nach- und Nebenprodukt Sojaschrot ist ein wichtiger Bestandteil von Futtermitteln. Die Agravis Raiffeisen AG benötigt rund 450.000 t davon im Jahr für die Verarbeitung in den Futtermittelwerken. Seit einiger Zeit beschäftigen sich Experten im Agravis-Konzern mit einer heimischen Alternative zum Importsojaschrot: der Wasserlinse.

Die Wasserlinse hat einige wichtige Eigenschaften: eine sehr hohe Reproduktionsrate bei Wärme und ausreichendem CO2, züchterisch sehr schnell zu beeinflussen, hohe Wasserverdunstung. „In einer Pilotanlage am Niederrhein werden seit Februar 2016 Wasserlinsen angebaut, die einen hohen Eiweiß- und Aminosäuregehalt aufweisen und patentrechtlich geschützt sind", erläuterte Sönke Voss, Leiter des Bereichs Futtermittel bei Agravis, heute auf der Eurotier. Das Unternehmen verfügt zusammen mit der AgriV Raiffeisen eG über die Lizenzen zum Bau der Anlagen und Nutzung der entsprechenden Sorten. Diese Aktivitäten sind in der Terragie GmbH gebündelt. Wasserlinsen werden von Agravis laut Voss schon verschiedentlich eingesetzt und verfüttert. Genaue Versuche werden bereits bei Schweinen und Geflügel durchgeführt. Auf diesen Tierarten liegt zunächst der Fokus, da dort am meisten Sojaschrot verfüttert wird, so Voss. Prinzipiell können Wasserlinsen aber auch bei Rindern eingesetzt werden. (AW)
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