Wegen übler Nachrede verurteilt

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Das Amtsgericht Oldenburg hat den Oldenburger Bezirksgeschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Matthias Brümmer, wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe von 9.600 € verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Brümmer hatte 2007 einem Journalisten Informationen über einen vermeintlichen Gammelfleisch-Skandal beim Geflügelfleischproduzenten Heidemark, Alhorn, zugesteckt. Er berief sich dabei auf eidesstattliche Versicherungen von ehemaligen Heidemark-Mitarbeitern.

Diese Erklärungen seien in den Räumen der NGG gefertigt beziehungsweise nachgebessert worden, stellte jetzt das Gericht fest. Der Gammelfleischskandal sei dem Gewerkschaftsfunktionär "gerade recht" gekommen, da es kurz zuvor zwischen der Heidemark-Geschäftsführung und der NGG Auseinandersetzungen wegen verhinderter Betriebsratswahlen gegeben habe, sagte der Richter.

Wegen der Berichterstattung hatten viele Lebensmittelketten Heidemark-Produkte aus den Regalen genommen. Der Schaden beläuft sich nach Unternehmensangaben auf über 6 Mio. €. Gegen die NGG und den Norddeutschen Rundfunk, der die Vorwürfe als erstes Massenmedium verbreitet hatte, strengte Heidemark außerdem Schadenersatzklagen an. (SB)

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